Offener Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz
464.670 Menschen fordern eine Stellungnahme
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Friedrich Merz,
am 15. Juli 2026 wurde Ihnen eine Petition mit 460.000 Unterschriften übergeben, in der Ihr Rücktritt als Bundeskanzler gefordert wird. Begleitet wurde die Petition von 238.000 Kommentaren, in denen zahlreiche Unterstützer ihre Beweggründe dargelegt haben.
Mit der Übergabe wurde Ihnen zugleich eine Frist von einer Woche gesetzt, um öffentlich zu den Forderungen der Petition Stellung zu nehmen.
Bis heute sehen viele Unterstützer keine inhaltliche Auseinandersetzung mit den vorgebrachten Anliegen.
Unabhängig davon, wie man die Forderung der Petition bewertet, stellt sich eine grundsätzliche Frage:
Wie geht die Bundesregierung mit einer Petition um, die von Hunderttausenden Menschen unterstützt wird?
Die Petition und ihre zahlreichen Kommentare machen deutlich, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung den Wunsch nach einer öffentlichen Reaktion geäußert hat.
Hinzu kommen aktuelle Umfragewerte, die auf eine anhaltend geringe Zufriedenheit mit Ihrer Amtsführung hinweisen. Nach dem RTL/ntv-Trendbarometer (Forsa) vom Juli 2026 sind 85 % der Befragten mit Ihrer Arbeit als Bundeskanzler unzufrieden, lediglich 14 % äußern sich zufrieden. Auch die Bundesregierung insgesamt erreicht nur 18 % Zustimmung, während 82 % unzufrieden sind.
Vor diesem Hintergrund bitten wir Sie um eine öffentliche Stellungnahme zu folgenden Fragen:
Wie bewerten Sie die Übergabe der Petition mit 460.000 Unterschriften?
Wie gehen Sie mit den Anliegen der Unterzeichner um?
Welche Schlussfolgerungen ziehen Sie aus der anhaltend hohen Unzufriedenheit in den aktuellen Umfragen?
Wir sind überzeugt, dass Demokratie vom Dialog lebt. Hunderttausende Menschen, die sich friedlich an einer Petition beteiligen, verdienen eine ernsthafte und öffentliche Antwort.
Wir bitten Sie daher, zu den Anliegen der Petition Stellung zu nehmen und den Dialog mit den Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern zu suchen.
Vielen Dank.
Quellen:
41 Menschen haben bereits den offenen Brief unterzeichnet.